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Westhausen in alten Ansichten

Die wohl erste und älteste Ansichtskarte von Westhausen ist diese Grußkarte, die um 1895 von dem Bildverlag Emil Ling in Ellwangen hergestellt wurde. Der obere Teil vermittelt dem Betrachter eine Totalansicht von Westhausen. Über die noch unbegradigte Jagst im Vordergrund schweift der Blick hinüber zu dem damals noch reinen Bauerndorf, umgeben von dem weiten Feldern und Wiesen der fruchtbaren Opalinustonlandschaft.

Den Norden des Ortes (rechts im bild) beherrscht die 1780 erbaute Pfarrkirche St. Mauritius. Links dahinter erkennen wir den Turm der Silvesterkapelle. Vorbei am alten Schulhaus und den Bauernhäusern des unteren Dorfes gleitet unser Blick bis zur Bildmitte, wo das ehemalige ellwangische Amtshaus den Ort nach Osten begrenzt.

Lenken wir unsere Aufmerksamkeit weiter nach links, so sehen wir ganz im Süden des oberen Dorfes, etwas abseits stehend, das Bahnhofsgebäude. Von hier aus ziehen sich die Eisenbahnschienen am Ort vorbei, auf denen gerade ein Zug von aalen her nach Westhausen einfährt. Ganz im Hintergrund erhebt sich wie eine dunkle Wand der Albanstieg des Bohlerberges.

Die mit schönen Verzierungen eingerahmten Einzelbilder zeigen links oben das spätbarocke Pfarrhaus mit der Kirche, darunter das 1881 erbaute Schulhaus und rechts das Schwesternheim St. Elisabeth, das 1896 in schönem Jugendstil errichtet wurde und auch als Kindergarten diente.

Alte Ansicht von Westhausen


Vom Bohler aus entstand diese Ansichtskarte von Westhausen aus der Zeit um 1928. Dicht gedrängt scharen sich die Bauernhäuser im Ortskern um die St.-Mauritius-Kirche , deren 35 Meter hoher Turm weithin sichtbar das Dorf überragt. Ganz rechts am Bildrand erkennen wir das ehemalige ellwangische Amtshaus (heute Rathaus) mit der mächtigen Linde daneben.

Das ganze Dorf war damals noch umgeben von ausgedehnten Obstgärten, die inzwischen modernen Wohnsiedlungen weichen mussten. Im Vordergrund verläuft schnurgerade die Eisenbahnlinie, vorbei am Lagerschuppen und dem 1863 erbauten Stationsgebäude, das heute auch schon der Vergangenheit angehört. Südlich davon erstreckt sich unberührt das Bauernland, denn noch war die heutige Bundesstraße 29 nicht gebaut. Nur der Feldweg, der zum Bohler hinaufführt, durchschneidet das Gelände, vorbei an dem 1908 errichteten, von dichtem Baum- und Buschwerk eingefassten Wasserreservoir, von dem Westhausen damals mit Wasser versorgt wurde.

Nördlich von Westhausen, wo die Landstraße in einer Biegung in Richtung Dalkingen verläuft, erkennen wir in einiger Entfernung vom Dorf die Neumühle. Dahinter erstreckt sich ein Pappelwäldchen an den Hängen des Hardtbucks, der heute zum größten Siedlungsgelände Westhausens geworden ist.

Alte Ansicht von Westhausen


Diese alte Luftaufnahme von Westhausen wurde am 15. September 1926 von der Firma Luftbild Strähle KG, Schorndorf, angefertigt und als Ansichtskarte vertrieben. Ganz im Süden (im Bild unten) erkennen wir das Gasthaus ´Zur Sonne´, umgeben von einigen Bauernhäusern entlang der Sonnengasse.

Folgen wir der Deutschordensstraße nach Norden, vorbei an der Abzweigung der Aalener Straße, so erreichen wir das Ortszentrum mit dem alten Rathaus (heute Bildergalerie) zwischen dem ´Grünen Baum´ links und der Handlung Kieninger/Oppold rechts. Von hier führt die Dalkinger Straße weiter in das untere Dorf. Rechts im Bild, etwas abseits vom Ortskern, erhebt sich herrschaftlich das ehemalige ellwangische Amtshaus mit der mittelalterlichen Zehntscheuer gegenüber.

Im nördlichen Teil des Dorfes überragt der Turm der Mauritiuskirche die umliegenden Bauern- und Söldnerhäuser. Ganz oben im Bild, wo der Feldweg zur Faulenmühle abzweigt, erkennt man am äußersten Ortsrand noch die alte, inzwischen längst abgerissene Ziegelhütte, sowie das Haus des unteren Zieglers Steidle, bevor die Straße endgültig das Dorf in Richtung Dalkingen verlässt.

Alte Ansicht von Westhausen


Diese alte Ansichtskarte von Westhausen wurde um 1912 vom Hardtbuck aus aufgenommen. Im Vordergrund breitet sich ein erntereifes Haferfeld aus, hinter dem sich, von Büschen umsäumt, die Gebäude der Neumühle erheben, die weit außerhalb des Dorfes an der Jagst stehen. Über die Hofwiesen hinweg erkennen wir den Ortskern von Westhausen mit der Mauritiuskirche in der Mitte und den großen Bauernhäusern des unteren Dorfes. Ganz im Hintergrund wird das Dorf durch die waldigen Berge der Ostalb nach Süden begrenzt.

Eine interessante Detailaufnahme zeigt rechts unten das Gasthaus ´Zur Sonne´, eine der ältesten und traditionsreichsten Wirtschaften im Ort. Im 17. und 18. Jahrhundert im Besitz der Familie Kucher, wurde die Sonne um 1860 von Schreinermeister Anton Lorenz erworben, der in einem Nebengebäude des Gasthauses eine Schreinerei einrichtete und nebenher noch eine umfangreiche Landwirtschaft betrieb.

Am 11. Mai 1900 brannte die ´Sonne´ völlig nieder, wurde aber im gleichen Jahr wiederaufgebaut. Auf unserem Bild sehen wir das Gasthaus als Backsteinbau in den Wirtschaftsräumen im Untergeschoß und einem großen Saal im Obergeschoß, in dem damals Festlichkeiten abgehalten wurden. Links neben der sonne steht die zu dem Anwesen gehörende Scheune, an deren Stelle sich heute ein moderner Anbau mit Fremdenzimmern befindet.

Trotz mehrerer Renovationen hat die ´Sonne´, die sich schon seit fünf Generationen im Besitz der Familie Lorenz befindet, bis heute ihr traditionelles äußeres Aussehen bewahrt.

Alte Ansicht von Westhausen


Das idyllische Motiv dieser alten Aufnahme gehört längst der Vergangenheit an, und die ältesten Einwohner von Westhausen werden sich noch gerne an diese schöne Ansicht aus den frühen zwanziger Jahren erinnern. Gemächlich weidet eine Schafherde auf den abgemähten Wiesen im unteren Feld an der Jagsthäuser Straße. Dahinter erhebt die barocke Silvesterkapelle ihr Glockentürmchen über den Friedhof, dessen hölzerne Grabkreuze den Wanderer, der damals von dieser Seite her Westhausen betrat, an die Vergänglichkeit des Lebens mahnten.

Ganz links steht wuchtig die St.-Mauritius-Kirche, umgeben von den Bauernhäusern des unteren Dorfes. Etwas rechts davon reckt sich das Dach des alten Schwesternhauses über die Baumkronen, daneben steht der mächtige Hof des Wagenbauern. Der damals noch geschlossene Ortskern ist umkränzt von Obstbaumwiesen, die das Dorf gegen die Felder abgrenzen.

Ganz in der Ferne erkennen wir den bewaldeten Höhenzug der Ostalb, der sich vom Bohler über die Kapfenburg bis zur Röttinger Höhe hin erstreckt und die Landschaft des oberen Jagsttales nach Süden beschließt. Gerade heute, wo seit einigen Jahren im unteren Feld ein großes Wohngebiet im Entstehen ist, empfinden wir umso deutlicher, welch friedliche Stimmung der Ellwanger Fotograf C. Wiedmayer auf diesem Foto festgehalten hat.

Alte Ansicht von Westhausen


Eine fast idyllische Stimmung vermittelt uns diese schöne alte Ortsansicht von Westhausen, die um 1914 von W. Funk aus Wasseralfingen fotografisch festgehalten wurde. Unser Blick folgt der noch unbefestigten Dalkinger Straße, die sich schmal zwischen mächtigen Bauernhäusern ins Dorf hineinzieht.

Rechts erkennen wir ganz im Vordergrund die Josefskapelle, die im Jahre 1889 von dem Ziegler Xaver Steidle erbaut wurde. Daran anschließend folgt das Haus des oberen Zieglers mit dem mächtigen Rundbogentor und das Gasthaus ´Zum Lamm´. Dahinter erhebt sich beherrschend die Pfarrkirche St. Mauritius. Bis zum Straßenrand reichten damals die Vorgärten mit ihren Obstbäumen, die inzwischen einem Gehweg Platz machen mussten.

Selbst ein Fleckchen Wiese fand noch einen Lebensraum zwischen Straße und Josefskapelle. Kein Verkehrslärm störte die beschauliche Ruhe des unteren Dorfes. Nur ein beladener Heuwagen steht links an der Straße und wartet darauf, abgeladen zu werden.

Als einziges Zeichen der unaufhaltsam näherkommenden Zeit ragt ein hölzerner Strommasten am rechten Straßenrand in die Höhe. Auch einige Dachständer auf den Häusern künden von der beginnenden Elektrifizierung im Dorf, die 1914/15 erfolgte.

Alte Ansicht von Westhausen


Die Deutschordenstrasse, über die heute der Hauptverkehr durch Westhausen braust, war um 1914, als diese Aufnahme entstand, noch eine ruhige, kaum befahrene Dorfgasse. Vom Hof des Anwesens Hahn sehen wir rechts im Vordergrund das Gasthause ´Zur Sonne´ im typischen Backsteinstil der Jahrhundertwende. Dahinter erhebt sich an der Stelle, wo heute die Genossenschaftsbank steht, der spitze Giebel der Wirtschaft ´Zum Löwen´. Gegenüber der ´Sonne´ befindet sich ganz links das Bauernhaus der Familie Schmid (Boten Karl) und daneben die obere Schmiede Kieninger mit der großen Linde davor.

Blicken wir die Dorfstraße entlang, so erkennen wir im Hintergrund links das Gasthaus ´Zum grünen Baum´ und rechts das alte Rathaus. Dazwischen schaut der Turm der Mauritiuskirche aus dem unteren Dorf hervor. In die heimelig-dörfliche Atmosphäre, die das Bild ausstrahlt, fügen sich die vier beschürzten Mädchen im Vordergrund ebenso gut ein, wie das Pferdegespann vor der ´Sonne´ und die weiße Gans, die ganz links im Schmidschen Hof spazieren geht.

Alte Ansicht von Westhausen


Es mag wohl ein aufsehenerregendes Ereignis gewesen sein, wenn anfangs der zwanziger Jahre ein Automobil durch Westhausen ratterte. Mitten in der Kurve auf der Dalkinger Straße hat der Fahrer dieses Wagens angehalten und ist ausgestiegen, um sich mit einigen Passanten zu unterhalten. Ob er nur nach dem Weg fragen will, oder ob sein Auto gar eine Panne hat, ist heute nicht mehr zu ergründen. Jedenfalls bleiben die vorübergehenden Dorfbewohner neugierig stehen, um das seltene Gefährt ganz aus der Nähe zu betrachten. Auch einige Kinder sind herbeigeeilt, die das Fahrzeug bestaunen. Deutlich sind auf der noch unbefestigten Dalkinger Straße die Reifenspuren des Autos, aber auch von vielen anderen, meist landwirtschaftlichen Fahrzeugen zu erkennen.

Die Häuserreihe im Hintergrund zeigt rechts die untere Schmiede von Johann Alender, anschließend das Gasthaus ´Zum wilden Mann´ von Karl Steidle und ganz links das Bauernhaus von Sebastian Wiedenhöfer (heute Fahrradhandlung Schönherr).

Auf der linken Seite der Dalkinger Straße ist noch der breite Rinnstein zu erkennen, in dem damals das Regenwasser abfloß. Im Hof des Anwesens Steißlinger links (Dürrenbeck) liegen große Reisighaufen aufgeschichtet, die als Anheizmaterial im Winter verwendet wurde.

Alte Ansicht


Das geistliche und kulturelle Zentrum von Westhausen ist auf dieser Ansicht von 1904 dargestellt. In der Mitte des Kirchplatzes steht das im Jahre 1769 vom Deutschen Ritterorden im prächtigen Barockstil erbaute Pfarrhaus. Dahinter erhebt sich wuchtig der spätgotische Glockenturm der Pfarrkirche St. Mauritius, der noch von einer Vorgängerkirche aus dem 15. Jahrhundert stammt.

Auf der rechten Seite sehen wir den Nor1dteil des im Jahre 1881 erbauten Schulhauses (Happoldschule), das in einem Nutzgarten für die Lehrer umgeben, der mit einer steinernen Mauer eingefasst war. An dieser lehnt eines de4r ersten Fahrräder, das um die Jahrhundertwende durch Westhausen fuhr.

Links im Bild steht das ehemalige Schulgebäude als dem 18. Jahrhundert, das im Jahre 1891 von Johann Kirsch und seiner Ehefrau erworben und als Kaufladen eingerichtet wurde. Bis in die fünfziger Jahre unseres Jahrhunderts bestand die Handlung Kirsch, in der es von der Schreibfeder bis zum Bismarckhering alles zu kaufen gab, bis das Gebäude 1976 abgerissen und an seiner Stelle ein Parkplatz geschaffen wurde.

Alte Ansicht


Einige hundert Meter westlich des alten Ortskerns, wo die Straße nach Jagsthausen abzweigt, steht auf einer kleinen Anhöhe die Silvesterkapelle. Ihre Erbauung geht zurück auf das Jahr 1626, als die Gemeinde gelobte, dem Heiligen Silvester aus Dankbarkeit für die Errettung von einer langjährigen Viehseuche eine Kapelle zu errichten. Doch schon bald nach deren Bau kamen so viele Wallfahrer zu Fuß und zu Pferd, um für sich und ihre Tiere um Gesundheit zu bitten, dass der Platz in der alten Kapelle nicht mehr ausreichte und diese im Jahre 1685 durch einen größeren Neubau auf des Wagenbauers Acker ersetzt wurde. Viele Stiftungen und Spenden ermöglichten in den folgenden Jahrzehnten eine reichhaltige Ausstattung der Kapelle, die seitdem das alljährliche Ziel des traditionellen Silvesterrittes am letzten Tag im Jahr ist.

Unsere Aufnahme von C. Wiedmayer aus Ellwangen zeigt die Silvesterkapelle um 1920 in ihrem einfachen, aber schönen Barockstil mit dem Glockentürmchen über dem Eingang und der Statue ihres Namenspatrons in einer Nische der Chorwand. Dahinter erstreckt sich seit Beginn des 19. Jahrhunderts der Friedhof, dessen hölzerne und teils schmiedeeiserne Grabkreuze im Hintergrund aufragen. Die unverbaute Natur, die damals noch die Silvesterkapelle umgab, erlaubte es dem Schäfer im Vordergrund, in gemächlicher Ruhe seine Herde von der Weide ins Dorf zu führen.

Alte Ansicht


Diese alte Bildkarte, die der Westhausener Lehrer Josef Leykauf im Jahre 1913 verschickte, zeigt das damalige Volksschulgebäude (Happoldschule). Dieses war 1881 mit einem Kostenaufwand von 50 000 Mark erbaut und im Mai 1882 zum ersten Mal bezogen worden.

Das Erdgeschoß enthielt drei Schulräume für die drei Klassen, die es damals in Westhausen gab. Links im Bild, nach Norden zu, war die Unterklasse (1.-3. Schuljahr) untergebracht, in der Mitte die Mittelklasse (5. und 6. Schuljahr), und rechts, nach Süden zu, lag das Zimmer der Oberklasse (6. und 7. Schuljahr). Insgesamt waren es etwa 180 Kinder, die in der Zeit vor und während dem Ersten Weltkrieg die Schule besuchten. Für die beiden ständigen Lehrer, die an der Schule unterrichteten waren im Obergeschoß zwei Dienstwohnungen eingerichtet. Wie Leykauf auf dem Foto handschriftlich vermerkte, bewohnte er mit seiner Familie die Nordwohnung, während Oberlehrer Hummel, der zugleich Schulleiter war, die Südwohnung bezogen hatte. Der kleine Obst- und Gemüsegarten, der zum Schulhaus gehörte, war beiden Lehrern zur Nutzung überlassen.

Vor dem Schulhaus sehen wir Josef Leykauf mit seiner Frau und den sechs ältesten seiner insgesamt neun Kinder. Das damals sehr bescheidene Einkommen zwang die Lehrerfamilie zu einem kärglichen Leben, so dass die größeren Kinder Leykaufs zum Viehhüten bei den Bauern geschickt wurden, um ein Zubrot zu verdienen. Von 1910 bis 1926 unterrichtete Leykauf, der als sehr strenger Lehrer galt, an der Westhausener Volksschule, bis er erst 48jährige an einem Kehlkopfleiden plötzlich verstarb.

Alte Ansicht


Eine äußerst wechselvolle Geschichte hat das ehemalige fürstpröpstlich-ellwangische Amtshaus hinter sich. Im Jahre 1760 an Stelle des abgebrannten alten Wasserschlosses der einstigen Herren von Westhausen erbaut, dient es dem ellwangischen Amtmann als Dienstsitz. Nach der Auflösung der Fürstpropstei Ellwangen durch Kaiser Napoleon im Jahre 1806 wurde das verwaiste Gebäude samt allen Zubehörden von dem Westhausener Land- und Gastwirt Franz Joseph Starck erworben und als Wirtschaft ´Zum Kreuz` eingerichtet.

1889 kam das Anwesen in den Besitz des Josef Kayfel aus Ellwangen, der es 1905 an Hugo Mayer aus Röhlingen verkaufte. Im Jahre 1940 wurde das `Kreuz` von den Colliswerken übernommen, die es bis zum Kriegsende als betriebseigene Gaststätte weiterführten.

Die große Wohnungsnot der Nachkriegszeit zwang die Gemeindeverwaltung, das inzwischen leerstehende Gebäude als Wohnraum für Heimatvertriebene zu nutzen. Da um 1950 auch ein Mangel an Schulräumen herrschte, wurde das gesamte Kreuzanwesen von der Gemeinde gekauft und vorübergehend als zweites Schulhaus eingerichtet. Seit einer gründlichen Renovierung Mitte 1960 dient das traditionsreiche Gebäude der Gemeinde Westhausen als Rathaus.

Unser Foto aus den vierziger Jahren gibt einen Eindruck von dem mächtigen Barockbau inmitten der dazugehörigen Gartenanlage. Links im bild sind noch die hohen Linden aus fürstpröpstlicher Zeit zu sehen, von denen heute nur eine stehen geblieben ist.

Alte Ansicht


Diese interessante dreiteilige Ansichtskarte von Reichenbach, die um 1928 von Foto-Zirlik in Ellwangen hergestellt wurde, lohnt, genauer betrachtet zu werden. Auf dem oberen Bild sehen wir zwischen Obstgärten und Wiesen den Teilort Reichenbach mit der spätgotischen St.-Georgs-Kirche in der Mitte. Nur wenige große Bauernhäuser bildeten damals den Ortskern, der noch nicht durch die Wohnsiedlungen der heutigen Zeit erweitert war. Von Reichenbach aus führt in weitem Bogen die von Bäumen umsäumte Straße nach Westhausen, das sich in der weiten Ebene des Jagsttales ausbreitet. Über die ausgedehnten Fluren des Virngrundes schweift der Blick hinüber zu den Ellwanger Bergen, von wo hoch erhoben die Schönenbergkirche herübergrüßt. Das ganze Bild vermittelt den Eindruck einer intakten, natürlichen Landschaft, die noch keine ökologischen Probleme zu erkennen scheint.

Die Aufnahme links unten zeigt die Wirtschaft ´Zur Traube´, vor der gerade das Postauto hält, das einmal täglich kam, um Post zu bringen oder abzuholen. Dahinter steht, gleichsam als Symbol einer vergehenden Zeit, ein Pferdefuhrwerk.

Auf dem rechten Foto ist Schloß Kapfenburg abgebildet, das sich als ehemalige Deutschordensburg beherrschend über Reichenbach erhebt.

Alte Ansicht


Westerhofen, das 1283 zum ersten Mal erwähnt wurde, gehörte im Mittelalter, wie auch Westhausen, zum Kloster Ellwangen und ging im Laufe des14. Jahrhunderts in den Besitz des Deutschen Ritterordens von der Kapfenburg über. Nach dem Zerfall der Deutschordensherrschaft kam Westerhofen im Jahre 1812 als Teilort zu Westhausen, blieb aber kirchlich mit Lauchheim verbunden.

Unsere Aufnahme aus der Zeit um 1930 zeigt Westerhofen noch als reines Bauerndorf, eingebettet in die Auen des oberen Jagsttales und umgeben von Wiesen und Wäldern. Auf einer kleinen Anhöhe mitten im Ort erhebt sich das St.-Blasius-Kirchlein, dicht umringt von Bauernhäusern. Links neben der Kirche steht das im 19. Jahrhundert erbaute, einklassige Schulhaus, in dem bis in die sechziger Jahre die Westerhofener Schüler unterrichtet wurden.

Das Foto wird wohl im Juni gemacht worden sein, denn am unteren Bildrand links erkennen wir einen noch nicht eingefahrenen Heuhaufen. Ein Hauch des Frühsommers schwebt über der stillen dörflichen Landschaft, die noch völlig unberührt ist von jeglichem Straßenlärm und dem modernen Getriebe der heutigen Zeit.

Alte Ansicht


Der kleine Ort Jagsthausen, der vor 1800 teils der Fürstpropstei Ellwangen, teils dem Kloster Königsbronn gehörte, kam erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts nach Westhausen.

Die mehrteilige Bildkarte zeigt auf der oberen Ansicht das Dorf um 1914 im weiten Wiesengrunde des Jagsttales gelegen. In der Ortsmitte steht das Stephanuskirchlein mit seinem typischen Dachreiter über dem Westgiebel. Links hinter der Kirche blickt der alte Zehntstadel hervor, während rechts davon die einzige Wirtschaft von Jagsthausen zu erkennen ist.

Ganz rechts am Bildrand sehen wir den großen Hof des Schwarzenbauern mit Wohnung, Stall und Scheune unter einem Dach. Etwas außerhalb des Dorfes, jagsttalaufwärts, steht die Jagsthäuser Mühle mit Nebengebäuden, die noch bis Anfang der sechziger Jahre gemahlen hat.

Auf der Ansicht links unten ist die Stephanuskirche im Detail abgebildet, die in ihrer spätgotischen Bauweise eine Sehenswürdigkeit bildet. Sie steht inmitten eines ummauerten Friedhofes, der bis in unsere Zeit noch als Grablege dient. Auf dem rechten unteren Bild sehen wir die Wirtschaft von Anton Schlipf (heute Gasthaus Jagsttal), der sich mit seiner Familie und einigen Nachbarn zu dem Erinnerungsfoto aufgestellt hat.

Alte Ansicht


Dieses Foto, das von dem Waldstück ´Lottwies´ oberhalb Reichenbach aus aufgenommen wurde, zeigt die Collis-Metallwerke, die 1935/36 hier entstanden und die Industriealisierung in Westhausen einleiteten.

Der guten Tarnung wegen wurde dieser Rüstungsbetrieb der nationalsozialistischen Herrschaft in dem abgelegenen Waldeinschnitt zwischen Bohler und Winterhalde errichtet. Unser Bild lässt die gewaltigen Ausmaße des Werkes, das die Produktion von Flak-Kartuschen zur Aufgabe hatte, erkennen. Links und rechts erstrecken sich die langgezogenen Fabrikhallen, die fast in die waldigen Hänge eingebaut sind. Dazwischen stehen die Verwaltungsgebäude, Autogaragen, Lagerhallen und die Kantine. Rechts oben am Waldrand sehen wir den sogenannten Schiefen Winkel, der als erstes Gebäude der Werks erstellt wurde und als Planungsbüro diente.

Während des Krieges waren die Dächer der Fabrikhallen mit Bäumen bepflanzt und die Straßen mit Tarnnetzen überzogen, so dass das werk aus der Luft nicht entdeckt werden konnte.

Leider existiert aus dieser Zeit keine Aufnahme des Betriebes, da damals absolutes Fotografierverbot herrschte. Bis zu 1 600 Arbeiter waren zeitweise in den Colliswerken beschäftigt., bis diese im April 1945 von den Amerikanern besetzt und stillgelegt wurden. In der Nachkriegszeit siedelten sich vorübergehend mehrere Kleinbetriebe in den leeren Hallen an. Heute befindet sich die gesamte Anlage im Besitz der Firma Deutsche Gardner Denver, die inzwischen begonnen hat, durch die Errichtung moderner Fabrikhallen das Werk umzugestalten.

Alte Ansicht


Mit dem Bau der Colliswerke 1935/36 in Reichenbach kam es zu einem starken Zustrom an Arbeitskräften, so dass bald in der ganzen Gemeinde Westhausen ein großer Mangel an Wohnraum herrschte. Um der ärgsten Wohnungsnot zu begegnen erwarb der Betrieb am nordöstlichen Ortsrand von Reichenbach ein großes Wiesengelände und erbaute dort 1935 bis 1937 eine werkseigene Siedlung mit zwanzig Einfamilien- und Doppelhäusern, die vorwiegend Betriebsangehörigen, die von auswärts zugezogen waren, mietweise überlassen wurden. Für später war eine großflächige Erweiterung der Siedlung geplant, die aber wegen des Kriegsausbruches aufgegeben werden musste.

Unser Foto zeigt eine Wohnzeile dieser Collis-Siedlung im Jahr 1941. Die Häuser waren im einfachen Landhausstil in Fachwerkbauweise errichtet und fügten sich mit ihren holzverkleideten Giebeln harmonisch in die ländliche Umgebung ein. Jede Doppelhaushälfte besaß einen kleinen Anbau, der als Geräteschuppen oder zur Kleinviehhaltung genutzt werden konnte. Ein kleines Gartengrundstück, das zu jedem Anwesen gehörte, war den Bewohnern zum Anbau von Obst und Gemüse überlassen.

Im Vordergrund sehen wir die Wohnhälfte der Familie Weber mit Geräteraum, vor dem ein Mitbewohner an seinem Fahrrad arbeitet. Die im Garten spielenden Kinder, darunter die damals 3jährige Edith Dittus, gehörten Nachbarsfamilien. In den anschließenden Doppelhäusern lebten die Familien Kaiserauer-Burkhard, Wieland-Dudik und Morlock-Strähle.

Noch heute werden einige dieser Collishäuser, die inzwischen fast alle modernisiert worden sind, von ehemaligen Werksangehörigen bewohnt und sind in deren Eigenbesitz übergangen.

Alte Ansicht


Daß Westhausen als kleine Landgemeinde schon vor mehr als fünfzig Jahren ein Freibad besaß, verdankt es vor allem den Collis-Metallwerken in Reichenbach. Der rasche Wandel vom Bauerndorf zum Industrieort verstärkte in der Bevölkerung das Bedürfnis nach Freizeitmöglichkeiten, so dass die Gemeindeverwaltung in Zusammenarbeit mit den Colliswerken ein Schwimmbad an der Westerhofener Straße plante. In vielen freiwilligen Arbeitsstunden wurde dieses Bad von den Betriebsangehörigen in der Zeit von Mai bis August 1939 erbaut, wobei das Werk die Maschinen und Arbeitsgeräte kostenlos zur Verfügung stellte. Am 22. August desselben Jahres wurde das Freibad eröffnet, das sich sofort großer Beliebtheit erfreute.

Das Bild von Foto-Ziegelmaier aus Lauchheim zeigt, wie das Bad nach der Eröffnung aussah. Auffällig ist die schmale Fußrinne, die damals das ganze Schwimmbecken umgab, ebenso die vielen Duschen, die überall auf den Steinflächen um das Bad angebracht waren. Die beiden Holzhäuschen im Hintergrund waren die Umkleideräume, das rechte für die Frauen, das linke für die Männer.

Inzwischen wurde das Freibad mehrmals modernisiert und ist bis heut ein beliebter Sommertreffpunkt für jung und alt geblieben.

Alte Ansicht


Obwohl diese Aufnahme erst kurz nach dem Zweiten Weltkrieg entstand, kann sie doch als historisches Dokument für die Entwicklung von Westhausen gelten. Vom Bohler aus blicken wir auf den Teilort Reichenbach, der damals noch fast ein reines Bauerndorf war. Ganz links sehen wir den Turm der St.-Georgs-Kirche, von der aus sich die großen Bauernhäuser der alten Dorfstraße entlang bis zum Reichenbach aneinanderreihen.

Vor der Kirche steht mächtig die alte Dorfscheuer, die während des Krieges von den Colliswerken als Lagerschuppen benutzt wurde und an deren Stelle 1959 die Firma Geiger und Haag errichtet wurde. An ihr vorbei verläuft schnurgerade die Industriestraße, die 1935/36 als Zufahrtsweg zu den Colliswerken entstand. Noch unbebaut liegen die Wiesen am Bohlerhang im Vordergrund, über die eine einfache Stromleitung den Bohlerhof mit elektrischer Energie versorgt.

Nur am äußersten linken Bildrand deutet ein Haus im Rohbau das Entstehen eines gewaltigen Siedlungsgebietes an, das 1946 begannen wurde und inzwischen fast bis zum Waldrand am Bohler vorgedrungen ist.

Auch auf der anderen Seite von Reichenbach hat sich heute um die alten Collishäuser herum eine neue Siedlung gebildet, wo damals der Blick noch ungestört über Obstgärten und Wiesen bis zur Kapfenburg schweifen konnte, die auf einem Bergsporn der Ostalb beherrschend über dem oberen Jagsttal steht.

Alte Ansicht


Quelle: Das Buch "Westhausen in alten Ansichten" von Heini Brüstle, Westhausen


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